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Wie sieht Hautkrebs aus – Symptome, ABCDE-Regel und Bilder

Marvin Tobias Weber Fischer • 2026-04-13 • Gepruft von Oliver Weber

Hautkrebs zählt zu den häufigsten Krebserkrankungen weltweit. In Deutschland erkranken laut Robert Koch-Institut jährlich etwa 250.000 Menschen an einem invasiven Hautkrebs oder seiner Vorstufe. Die frühzeitige Erkennung entscheidet maßgeblich über die Heilungschancen. Doch wie lässt sich Hautkrebs von harmlosen Hautveränderungen unterscheiden?

Die verschiedenen Hautkrebsarten unterscheiden sich erheblich in ihrem Erscheinungsbild. Während das maligne Melanom häufig dunkel pigmentiert auftritt, zeigt sich das Basalzellkarzinom oft als glänzendes Knötchen. Das Plattenepithelkarzinom präsentiert sich hingegen typischerweise als verhornte, schuppige Stelle. Ein geschultes Auge und die Kenntnis bestimmter Merkmale können dabei helfen, verdächtige Hautveränderungen frühzeitig zu identifizieren.

Dieser Artikel erklärt anhand der ABCDE-Regel, wie Sie Ihr Hautbild systematisch untersuchen, welche Symptome auf Hautkrebs hindeuten und wie die verschiedenen Krebsarten aussehen. Bilder dienen der Orientierung, ersetzen jedoch niemals die fachärztliche Diagnose.

Wie sieht Hautkrebs aus?

Hautkrebs kann sich in vielfältiger Form zeigen. Die vier Haupttypen unterscheiden sich deutlich in ihrer Erscheinung, Häufigkeit und Gefährlichkeit. Nachfolgend ein Überblick über die charakteristischen Merkmale.

Übersicht der Hautkrebsarten

Basalzellkarzinom
Perlmuttartig, glasig, oft mit sichtbaren Blutgefäßen
Plattenepithelkarzinom
Schuppig, verhornt, rau und fest
Melanom
Asymmetrisch, farbverändernd, dunkel pigmentiert
Aktinische Keratose
Vorstufe, rau, verdickt, rötlich

Wichtige Erkenntnisse zur Hautkrebs-Erkennung

  • Die meisten Hautkrebsarten entwickeln sich auf sonnenexponierten Hautarealen wie Gesicht, Ohren, Handrücken und Unterarmen
  • Frühe Stadien verursachen häufig keine Schmerzen oder Beschwerden
  • Das Basalzellkarzinom macht etwa 80 Prozent aller Hautkrebsfälle aus
  • Das maligne Melanom ist seltener, aber deutlich aggressiver und für die meisten Todesfälle durch Hautkrebs verantwortlich
  • Hautkrebs-Screening wird in Deutschland ab 35 Jahren von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen
  • Regelmäßige Selbstuntersuchung der Haut erhöht die Chance einer frühzeitigen Diagnose erheblich

Fakten im Vergleich

Typ Häufigkeit Typisches Aussehen Gefährlichkeit
Basalzellkarzinom ca. 80 % Glänzendes, hautfarbenes Knötchen Niedrig – metastasiert selten
Plattenepithelkarzinom ca. 16 % Rötlich-gelbe Verhornung, Schuppung Mittel – Metastasen möglich
Malignes Melanom ca. 4 % Dunkler, asymmetrischer Fleck Hoch – aggressive Metastasierung
Spindelzellkarzinom Selten Variabel, oft fest und derb Hoch – rasches Wachstum
Aktinische Keratose Sehr häufig Rau, rötlich, schuppig Vorstufe – kann sich entwickeln

Wie erkennt man Hautkrebs frühzeitig?

Die frühzeitige Erkennung von Hautkrebs beruht auf der Kombination aus Selbstuntersuchung und professioneller Diagnostik. Fachleute empfehlen, die Haut regelmäßig selbst zu inspizieren und dabei auf Veränderungen bestehender Muttermale oder neue Hautflecken zu achten.

Die ABCDE-Regel zur Melanom-Erkennung

Die ABCDE-Regel dient als Orientierungshilfe, um verdächtige Hautveränderungen zu identifizieren. Jeder Buchstabe steht für ein Kriterium, das auf ein mögliches Melanom hindeuten kann.

  • A – Asymmetrie: Die beiden Hälften des Flecks weichen voneinander ab und sind nicht spiegelbildlich
  • B – Begrenzung: Die Ränder sind uneben, gezackt oder ausgefranst
  • C – Color (Farbe): Innerhalb eines Flecks finden sich verschiedene Farbtöne wie Schwarz, Braun, Rot, Blau oder Weiß
  • D – Durchmesser: Der Fleck ist größer als sechs Millimeter, etwa in der Größe eines Radiergummis
  • E – Erhabenheit und Entwicklung: Der Fleck erhebt sich über das Hautniveau, wächst oder verändert sich fortlaufend

Ergänzend dazu gibt es das sogenannte „Ugly Duckling Sign”. Dabei fällt ein Muttermal besonders auf, weil es sich deutlich von den übrigen Hautflecken unterscheidet. Weitere Informationen zur ABCDE-Regel für Krebsfrüherkennung finden Sie in unserem Artikel zur Hautkrebs-Früherkennung.

Frühe Anzeichen, die nicht ignoriert werden sollten

Neben der ABCDE-Regel gibt es weitere Warnsignale, die auf Hautkrebs hindeuten können. Dazu gehören nicht heilende Wunden, wiederkehrende Blutungen oder Juckreiz an bestimmten Hautstellen. Bei diesen Symptomen empfiehlt sich eine zeitnahe Vorstellung beim Dermatologen.

Empfehlung zur Selbstuntersuchung

Untersuchen Sie Ihre Haut idealerweise einmal monatlich bei guter Beleuchtung. Achten Sie besonders auf sonnenexponierte Bereiche wie Gesicht, Hals, Ohren, Arme und Handrücken. Fotografieren Sie auffällige Stellen, um Veränderungen im Zeitverlauf dokumentieren zu können.

Wie unterscheidet sich Melanom von harmlosen Muttermalen?

Harmlose Muttermale, auch Leberflecken oder Nävi genannt, sind häufig bereits seit der Kindheit vorhanden. Sie zeichnen sich durch eine gleichmäßige Pigmentierung, glatte Ränder und eine einheitliche Farbe aus. Ihre Größe bleibt meist unverändert.

Melanom im Unterschied zu gutartigen Muttermalen

Das maligne Melanom unterscheidet sich in mehreren Aspekten von harmlosen Leberflecken. Während gutartige Muttermale symmetrisch aufgebaut sind und gleichmäßige Kanten aufweisen, zeigt ein Melanom typischerweise unregelmäßige Konturen und Farbvariationen.

Im Frühstadium kann ein Melanom harmlosen dunklen Muttermalen ähneln. Dies macht die Eigenuntersuchung allein schwierig. Fachleute raten daher, bei Unsicherheiten immer einen Hautarzt aufzusuchen.

Eine Sonderform stellt das amelanotische Melanom dar. Es enthält kaum Melanin und erscheint daher rosa, rötlich oder nahezu farblos. Diese Variante wird aufgrund des fehlenden Pigments häufig erst in späteren Stadien erkannt.

Wann zum Arzt?

Suchen Sie einen Dermatologen auf, wenn ein Muttermal plötzlich juckt, blutet, seine Form oder Farbe verändert, oder wenn neue pigmentierte Stellen auftreten. Dies gilt besonders, wenn Sie über 50 Hauttypen oder mehrere atypische Muttermale verfügen.

Hautveränderungen richtig einordnen

Nicht jede Veränderung der Haut bedeutet Krebs. Hormonelle Schwankungen, Entzündungen oder Verletzungen können vorübergehende Veränderungen hervorrufen. Bleibende Veränderungen sollten jedoch immer ärztlich abgeklärt werden. Mehr zum Thema Hautveränderungen und Symptome lesen Sie in unserem Artikel zu Hautveränderungen und Symptomen.

Aussehen der häufigsten Hautkrebsarten

Jede Hautkrebsart hat charakteristische Erscheinungsformen, die eine grobe Zuordnung ermöglichen. Die genaue Diagnose erfordert jedoch eine histopathologische Untersuchung durch einen Facharzt.

Basalzellkarzinom (Basaliom)

Das Basalzellkarzinom ist die mit Abstand häufigste Form des Hautkrebses. Es entsteht aus den Basalzellen der Oberhaut und tritt typischerweise an sonnenexponierten Stellen auf.

Im frühen Stadium zeigt sich häufig ein kleines, glänzendes und hautfarbenes bis rötliches Knötchen. Charakteristisch sind feine, erweiterte Blutgefäße an der Oberfläche, die als Teleangiektasien sichtbar werden. Das Knötchen kann mittig eingezogen erscheinen und gelegentlich jucken oder brennen.

Es existieren verschiedene Unterformen: Die pigmentierte Variante kann dunkel erscheinen und mit einem Melanom verwechselt werden. Die sklerosierende Form zeigt sich gelblich und narbenartig, was die Erkennung erschwert. Im fortgeschrittenen Stadium entstehen oft geschwürartige Defekte, die das umliegende Gewebe zerstören.

Das Basaliom bildet äußerst selten Metastasen, wächst aber lokal zerstörerisch und kann tieferliegende Strukturen wie Knorpel und Knochen befallen.

Plattenepithelkarzinom (Spinaliom)

Das Plattenepithelkarzinom entwickelt sich aus den Plattenepithelzellen der Haut. Es gilt als zweithäufigste Hautkrebsart und kann metastasieren.

Die typische Erscheinung umfasst rötlich-gelblich-braune Verhornungen, die sich fest anfühlen. Beim Abheben bluten diese oft und erscheinen entzündet. Die Oberfläche kann rau, schuppig oder warzenartig sein. Nicht heilende Wunden mit Verkrustungen sind ein weiteres typisches Merkmal.

Als Vorstufe gilt die aktinische Keratose. Diese zeigt sich als raues, verdicktes und rötliches Hautareal, das sich häufig an Stellen mit langjähriger Sonneneinstrahlung bildet.

Fortgeschrittene Stadien

Im fortgeschrittenen Stadium können Plattenepithelkarzinome geschwürig zerfallen, stark bluten und Schmerzen verursachen. Eine frühzeitige Entfernung bietet die besten Heilungschancen und verhindert Metastasierung.

Malignes Melanom (schwarzer Hautkrebs)

Das maligne Melanom geht aus den pigmentbildenden Melanozyten hervor. Obwohl es nur etwa vier Prozent aller Hautkrebsfälle ausmacht, verursacht es die meisten Todesfälle durch Hautkrebs.

Das Erscheinungsbild ist vielfältig. Melanome können sich aus bestehenden Muttermalen entwickeln oder als neue pigmentierte Stellen auftreten. Typisch sind asymmetrische, unregelmäßige Flecken mit Farbvariationen. Die Farbgebung reicht von dunkelbraun über schwarz bis hin zu rötlichen oder bläulichen Tönen.

Im Anfangsstadium ähneln Melanome oft harmlosen Leberflecken. Daher ist die aufmerksame Beobachtung so wichtig. Wenn ein Fleck plötzlich wächst, sich farblich verändert oder asymmetrisch wird, kann dies auf ein Melanom hindeuten.

Entwicklungsstadien von Hautkrebs

Hautkrebs durchläuft typischerweise mehrere Entwicklungsstadien. Das Verständnis dieser Progression hilft, die Bedeutung der Früherkennung einzuordnen.

  1. Normale Haut: Unauffälliges Hautbild ohne sichtbare Veränderungen oder Vorläuferläsionen
  2. Vorstufe (bei Plattenepithelkarzinom): Aktinische Keratose – raues, verdicktes Hautareal als Vorläuferstadium
  3. Frühes Stadium: Kleine, begrenzte Veränderung; häufig schmerzfrei; bei rechtzeitiger Entfernung vollständige Heilung
  4. Lokal fortgeschritten: Größere Ausdehnung; geschwürige Veränderungen; mögliche Zerstörung umliegender Strukturen
  5. Metastasierung: Ausbreitung über die Lymphknoten oder auf dem Blutweg in andere Organe

Was ist sicher bekannt – und was bleibt offen?

Die medizinische Forschung hat das Erscheinungsbild und die Erkennungsmerkmale von Hautkrebs umfassend dokumentiert. Dennoch existieren Bereiche, in denen Unsicherheiten bestehen.

Gesicherte Erkenntnisse

  • UV-Strahlung ist der Hauptrisikofaktor für alle Hautkrebsarten
  • Die ABCDE-Regel ermöglicht eine orientierende Einschätzung
  • Früherkennung verbessert die Heilungschancen erheblich
  • Regelmäßiges Screening wird ab 35 Jahren empfohlen
  • Hellhäutige Menschen tragen ein höheres Risiko

Offene Fragen

  • Warum entwickeln einige Menschen trotz geringer UV-Exposition Hautkrebs
  • Welche Rolle spielen genetische Prädispositionen im Einzelfall
  • Wie zuverlässig ist die Selbstuntersuchung ohne professionelle Anleitung
  • Ob bildbasierte Apps Ärzte bei der Früherkennung unterstützen können

Risikofaktoren und Hintergrund

Neben der UV-Exposition gibt es weitere Faktoren, die das Hautkrebsrisiko beeinflussen. Dazu zählen der Hauttyp, die Anzahl der Leberflecken, familiäre Belastung und ein geschwächtes Immunsystem.

Personen mit heller Haut, blonden oder roten Haaren und blauen Augen haben ein erhöhtes Risiko. Ebenso erhöht eine hohe Anzahl atypischer Muttermale die Wahrscheinlichkeit eines Melanoms.

In Deutschland erkranken jährlich über 200.000 Menschen an hellem Hautkrebs und etwa 40.000 am malignen Melanom. Die Zahlen steigen seit Jahrzehnten an, was Fachleute vor allem auf veränderte Sonnengewohnheiten und die Zunahme von Solarienbesuchen zurückführen.

Expertenmeinungen und Quellen

Die Deutsche Krebshilfe und das Robert Koch-Institut betonen übereinstimmend die Bedeutung des UV-Schutzes und der regelmäßigen Hautkrebs-Vorsorge. Fachgesellschaften empfehlen, Sonnenschutzmittel mit hohem Lichtschutzfaktor täglich zu verwenden und direkte Mittagssonne zu vermeiden.

„Hautkrebs ist eine der Krebserkrankungen, die wir durch konsequenten Sonnenschutz und regelmäßige Vorsorge am effektivsten verhindern können.”

Weiterführende Informationen bieten die Krebsinformationsdienst, das Deutsche Krebsforschungszentrum sowie die Deutsche Krebshilfe. Ergänzend dazu liefern das Robert Koch-Institut aktuelle Epidemiologiedaten, während die World Health Organization internationale Richtlinien zum UV-Schutz bereitstellt. Die Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention bietet zudem praktische Empfehlungen zur Hautkrebs-Prävention.

Zusammenfassung

Hautkrebs zeigt sich in verschiedenen Formen mit unterschiedlichen Erscheinungsbildern. Das Basalzellkarzinom präsentiert sich typischerweise als glänzendes, hautfarbenes Knötchen. Das Plattenepithelkarzinom erkennt man an verhornten, schuppigen Stellen. Das Melanom fällt durch asymmetrische, farbvariable Flecken auf. Die ABCDE-Regel bietet eine Orientierung, ersetzt jedoch nicht die fachärztliche Untersuchung. Regelmäßige Selbstkontrolle und professionelles Screening sind die wirksamsten Maßnahmen zur Früherkennung. Weitere Hinweise zur Erkennung und Prävention finden Sie in unserem Artikel zur Erkennung und Prävention.

Häufig gestellte Fragen

Kann man Hautkrebs anhand von Bildern erkennen?

Bilder können zur Orientierung dienen, ersetzen aber keine ärztliche Diagnose. Das Erscheinungsbild variiert stark, und harmlose Hautveränderungen können Krebs ähneln. Bei Unsicherheiten sollte ein Dermatologe aufgesucht werden.

Ist Hautkrebs heilbar?

Ja, insbesondere im frühen Stadium. Basalzell- und Plattenepithelkarzinome haben bei frühzeitiger Entfernung hohe Heilungsraten. Das Melanom ist ebenfalls heilbar, sofern es rechtzeitig erkannt wird.

Wie oft sollte ein Hautkrebs-Screening stattfinden?

Die gesetzlichen Krankenkassen in Deutschland übernehmen ab 35 Jahren alle zwei Jahre ein Hautkrebs-Screening. Bei erhöhtem Risiko können kürzere Intervalle sinnvoll sein.

Was ist der Unterschied zwischen weißem und schwarzem Hautkrebs?

Weißer Hautkrebs umfasst Basalzell- und Plattenepithelkarzinome. Schwarzer Hautkrebs bezeichnet das maligne Melanom. Melanome sind seltener, aber deutlich aggressiver und neigen zur Metastasierung.

Sieht aktinische Keratose anders aus als Hautkrebs?

Die aktinische Keratose gilt als Vorstufe des Plattenepithelkarzinoms. Sie zeigt sich als raues, verdicktes, rötliches Hautareal. Noch handelt es sich um eine Vorstufe, die sich jedoch zu Krebs weiterentwickeln kann.

Wie erkenne ich, ob ein Muttermal gefährlich ist?

Die ABCDE-Regel hilft: Asymmetrie, unebene Begrenzung, verschiedene Farben, Durchmesser über sechs Millimeter und Entwicklung sind Warnsignale. Das Ugly Duckling Sign beschreibt ein Muttermal, das sich auffällig von anderen unterscheidet.

Welche Körperstellen sind besonders gefährdet?

Hautkrebs tritt häufig an sonnenexponierten Stellen auf: Gesicht, Ohren, Nase, Lippen, Hals, Dekolleté, Handrücken und Unterarme. Bei Männern ist auch die Kopfhaut häufig betroffen.


Marvin Tobias Weber Fischer

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